2020

Sommerakademie 2020 - mit Abstand die beste!

Nachdem viele der für das zweite Halbjahr geplanten TiL-Präsenzseminare dem Infektionsgeschehen zum Opfer gefallen waren, war die Freude wirklich groß, als endlich feststand, dass die Sommerakademie 2020 zwar unter besonderen Bedingungen und mit insgesamt weniger Teilnehmer*Innen, aber doch stattfinden würde. Im Sommer 2020 schien das gewählte Oberthema „Same same but different“ umso passender…

76 TiL-Stipendiat*Innen aus Bayern und Baden-Württemberg, zwölf Dozent*Innen, und das achtköpfige Organisationsteam nahmen die Herausforderung eines umfangreichen Hygienekonzeptes an und ließen sich auf eine gemeinsame Woche im Salem International College am Bodensee ein. In sechs Kursen aus den Disziplinen Jura, Wirtschaft, Politik- und Medienwissenschaften, Soziologie, Medizin und Künstliche Intelligenz beschäftigten sich sie Teilnehmer*Innen mit Gleichheit als Ideal und Vielfalt als Chance und informierten sich über unterschiedliche Studiengänge, Universitäten und Studienwerke. Auch wenn die Corona-konforme Sitzordnung in der Aula oder versetzte Essenszeiten die besonderen Umstände natürlich sichtbar machten, wurde auch diese Sommerakademie zu einer unvergesslichen TiL-Erfahrung. Wie immer machten das vielfältige Sportprogramm – von Yoga bis Bogenschießen -, spannende, von den Teilnehmer*Innen selbst angebotene Workshops, die gemeinsame Bootsfahrt auf dem Bodensee, das große Fußballspiel unter Flutlicht, der bunte Abend der Talente, oder die Silent Disco unter freiem Himmel am letzten Abend die Sommerakademie wieder zu einem richtigen TiL-Highlight.

2019

TiL-Oberstufenseminar in Passau

Das TiL-Oberstufenseminar 2019 fand vom 6. bis 8. Dezember in der wunderschönen Stadt Passau in Niederbayern statt. Für 24 Schüler aus der elften und zwölften Jahrgangsstufe begann die dreitägige Veranstaltung mit einem Besuch an der Universität Passau: Während einer Campusführung durften sie den “schönsten Campus Deutschlands“ besichtigen und informierten sich über das Studienangebot. Ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt vervollständigte den ersten Eindruck von der gemütlichen Universitätsstadt.

Der zweite Seminartag widmete sich konkret den Themen Abiturprüfungen und Seminararbeiten. Der Aufbau der gymnasialen Oberstufe, die Form der schriftlichen Abitur- und Colloquiumsprüfungen sowie die Kriterien zur Fächerwahl und Leistungsbewertung bildeten die Schwerpunkte des Infoshops „Abitur: Tipps und Tricks“. Der Workshop „Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten“ lieferte wertvolle Anregungen zur Erstellung der Seminararbeiten und zum Zeitmanagement. Als Experten und Referenten des Schülerkontaktstudiums, eines besonderen Projektes, das Schulklassen betreut, reisten dafür Kira Stadtbäumer, Joachim Peters und Verena Leopold an, drei Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Parallel zum Workshop boten sie auch Einzelberatungsgespräche für Teilnehmer an und beantworteten konkrete Fragen rund um ihre eigenen Studienfächer.

Am letzten Tag standen in einer Fragerunde TiL-Abiturienten der Jahrgänge 2018 und 2019 den Teilnehmern als Ansprechpartner zur Verfügung, berichteten von ihren eigenen Erfahrungen aus der Abiturphase und von ihren ersten Schritten im Studium.

Outdoor-Wochenende in Schwangau

Wie jedes Jahr, startete die gemeinsame TiL-Erfahrung für unsere neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrganges 2019 mit einem Outdoor-Wochenende in Schwangau. Das Outdoor-Seminar wird von erfahrenen Trainern von Outward Bound begleitet und ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihre Mitstreiter kennen zu lernen, sich als Teil eines Teams zu erfahren und sich mit eigenen Fähigkeiten und Talenten bei unterschiedlichen Aufgaben einzubringen. Ob bei einer Fackelwanderung am ersten Abend, beim gemeinsamen Frühstück im Wintergarten des malerisch gelegenen Gästehauses „Adlerhorst“ oder bei einem Billardspiel in der gemütlichen „Kellerbar“, - jede freie Minute nutzten die Jugendlichen, um ihre TiL-Familie kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen. Am zweiten Tag stellten sich die neuen TiLer unterschiedlichen Herausforderungen: Mal ging es darum, mit Zuspruch der Teamkameraden die eigenen Ängste zu überwinden, mal gemeinsam kreativ und lösungsorientiert zu denken, mal konzentriert und genau zu arbeiten. Jede der Aufgaben verlangte sowohl eine Portion Selbstvertrauen als auch Vertrauen in die Fähigkeiten der Anderen und ließ sich nur als Team bewältigen. Am Abend der Kulturen, den die Stipendiatinnen und Stipendiaten selbst gestalteten, brachten die neuen TiLer die Vielfalt ihres Jahrganges und ihre besonderen Talente auf die Bühne. Eine Wanderung durch den morgendlichen Nebel und ein Besuch im Märchenschloss Neuschwanstein am Sonntag rundeten das bunte Seminarprogramm ab.

TiL-Opernworkshop „Salome“

Der Einladung, an einem besonderen Workshop an der Bayerischen Staatsoper teilzunehmen, folgten sechzehn interessierte TiL-Stipendiatinnen und Stipendiaten. Das Wochenende vom 4. bis 6. Oktober verbrachten sie mit dem Dramaturgen Rainer Karlitschek, der Theaterpädagogin Ursula Gessat sowie mit Richard Strauss „Salome“ in München. Während am ersten Abend noch die biblische Vorlage im Mittelpunkt stand und für spannende Diskussionen sorgte, bekamen die Jugendlichen am Samstag die ersten Eindrücke von der musikalischen Gestaltung, machten vorsichtige eigene Chorversuche mit Birgit Huber vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, lernten einige der Figuren kennen, nahmen an einer Führung durch das prächtige Gebäude der Staatsoper teil, betraten den Orchestergraben, und durften auch einen Blick auf die Bühne werfen und den Aufbau des Bühnenbildes mitverfolgen, das sie am Abend schließlich aus der Zuschauerperspektive wiedersahen, als sie zusammen mit anderen über 2100 Gästen im Publikum Platz nahmen und „Salome“ als Oper erlebten, dirigiert vom renommierten Dirigenten Kirill Petrenko. Für viele der Teilnehmer war es die erste Begegnung mit dieser Kunstform, und die Nachbesprechung am folgenden Tag zeigte, dass sie für einige nicht die letzte bleiben würde.

Studientag an der Universität Regensburg

Wäre die Universität Regensburg der passende Studienort für mich? Die einmalige Chance, dieser Frage vor Ort nachzugehen, bekamen 16 TiL-Stipendiaten aus der Oberstufe am 8. Juli 2019: Das Europaeum-Team rund um Lisa Unger-Fischer lud die Gruppe zu einem begleiteten Studientag an ihre Universität ein. Am Vormittag durften die Schüler sich unter die Studierenden mischen und den Campus besichtigen, folgten kurz einer Vorlesung in einem Hörsaal, warfen einen Blick in die Bibliothek, in die Mensa, und ins studentische Theater. Auch das besondere Secondos-Programm, das an der Universität Regensburg angeboten wird, konnten die Teilnehmer aus erster Hand kennen lernen. Für eine Fragerunde am Nachmittag kamen Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammen, um konkrete Fragen rund um Studienfachwahl, Stundenpläne und Prüfungen, Wohnungssuche und Studienfinanzierung zu beantworten. Während des anschließenden Spaziergangs durch die Innenstadt stellten die Regensburger Studenten ihre wunderschöne Stadt vor und führten die Stipendiaten nicht nur zu den bekanntesten Touristenattraktionen sondern berichteten auch vom Studentenleben in Regensburg.

Verabschiedung der TiL-Abiturienten

Über 50 „Talent im Land – Bayern“-Stipendiatinnen und Stipendiaten an verschiedenen Gymnasien und Fachoberschulen in ganz Bayern legten im Mai 2019 erfolgreich ihr Abitur ab. Fast dreißig von ihnen trafen sich am 3. Juli zu einem letzten gemeinsamen TiL-Abend in München, um von ihren Erfahrungen aus der Prüfungsphase und von ihren Plänen nach dem Abitur zu berichten, auf ihre Zeit als Stipendiatinnen und Stipendiaten von „Talent im Land – Bayern“ zurückzublicken, und sich anschließend bei einem leckeren Abendessen und einer bunten Show im G.O.P.-Varietétheater voneinander zu verabschieden.

Während die Mehrheit – und viele mit einem Einserschnitt im Abiturzeugnis - bereits zum Wintersemester 2019 ihr Studium aufnehmen wird, stehen bei anderen spannende Praktika und Auslandsaufenthalte auf dem Programm. Und auch wenn der Abschied ihnen nicht leicht fiel, waren sich doch alle einig: Die Freundschaften, die sie während ihrer Zeit bei TiL geknüpft haben, werden auch weiterhin bestehen, und die Erfahrungen, die sie dank des Stipendienprogramms machen durften, sind unbezahlbar.

Wir sind stolz auf unsere Absolventen, wünschen ihnen alles Gute für ihren weiteren Weg und freuen uns auf ein Wiedersehen bei einem der nächsten TiL-Alumni-Treffen!

Studienreise Berlin

Bei blauem wolkenlosem Himmel und fast schon sommerlichen Temperaturen erlebten dreißig TiL-Stipendiatinnen und Stipendiaten vom 14. bis 19. April, in der ersten Woche ihrer Osterferien, Berlin. Für die meisten Teilnehmer war die TiL-Studienfahrt ihr erster Besuch in der deutschen Hauptstadt.

Zu Fuß ging es am ersten Tag zunächst zu einigen der schönsten Bauten und bedeutendsten Monumente, bevor die Gruppe ihre Erkundungstour am Nachmittag bei einer entspannten Spree-Bootsfahrt fortsetzte. Das abwechslungsreiche gemeinsame Programm führte unter anderem in das Jüdische Museum und in die Dauerausstellung „Topographie des Terrors“, in den Filmpark Babelsberg, zum Schloss Sanssouci in Potsdam, und ins Museum für Naturkunde, das für viele zu einem persönlichen Highlight wurde. Im Deutschen Bundestag stellten die Teilnehmer in einem Planspiel die Chancengleichheit bei Bewerbungen in Frage und durften im imposanten Plenarsaal Platz nehmen oder die berühmte Glaskuppel erkunden. Von den Teilnehmern im Vorfeld vorbereitete kurze Infobeiträge begleiteten stets die gemeinsamen Unternehmungen und sorgten für interessante und unterhaltsame Verschnaufpausen. Eine Führung durch den beeindruckenden Campus Mitte der medizinischen Fakultät Charité rundete den von den teilnehmenden Alumni organisierten Nachmittag zur Studienberatung ab und motivierte einige Stipendiaten, die Entwicklung der Medizin der letzten 300 Jahre im Medizinhistorischen Museum der Universität zu verfolgen. Auch der gemeinsame Besuch des Musicals „West Side Story“ am letzten Abend gehörte zu den Highlights der Fahrt.

TiL-Festakt am 4. April 2019

Am 4. April verwandelte sich die Allerheiligen Hofkirche in München in eine bunte Festhalle: Prominente Ehrengäste, Schulleiter und Lehrer aus ganz Bayern, stolze Eltern und Freunde versammelten sich im eindrucksvollen Bau, um die Aufnahme der fünfzig neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrganges 2018 bei „Talent im Land – Bayern“ zu feiern.

Der Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Frau Dr. Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung übergaben die Urkunden und zeigten sich beeindruckt von den Talenten, Erfolgen und vom Engagement der Jugendlichen. Den Gratulationen schlossen sich der Schriftsteller Akos Doma, die Glaskünstlerin Dr. Mahbuba Elham Maqsoodi und der Schulrektor Dr. Matthias Holl an, die in einem moderierten Bühnengespräch von ihren eigenen Herausforderungen und wegweisenden Entscheidungen berichteten. Das vielfältige musikalische Programm gestalteten die TiL-Stipendiaten und Alumni selbst und präsentierten unter anderem Stücke von Chopin und Debussy, „Diamonds“ von Rihanna und „Total eclipse of the heart“ von Bonnie Tyler, sowie Lieder und Stücke aus ihren Herkunftsländern.

Beim Stehempfang im Anschluss an den Festakt nutzten unsere Gäste und Stipendiaten die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig kennen zu lernen.

"Plan A" für das TiL-Alumnitreffen

Das TiL-Alumnitreffen Anfang Januar 2019 lockte fast 40 Alumnae und Alumni aus unterschiedlichen TiL-Jahrgängen nach München.

Am Nachmittag des 3. Januar füllte die Wiedersehensfreude zunächst hör- und spürbar die noch weihnachtlich geschmückte Eingangshalle der Jugendherberge und verwandelte diese sofort in ein lebhaftes Forum für Erinnerungen an gemeinsame Veranstaltungen als Stipendiaten bei „Talent im Land“, für Austausch von Informationen und Erfahrungen, und für neue Kontakte. Es fühlte sich nach einem Familientreffen an, und erst spät in der Nacht lösten sich die Gesprächs- und Spielrunden auf.

Die Gestaltung des zweiten Tages übernahmen die Referenten Robert Müller und David Schierholz von der Technischen Universität Braunschweig: Mit ihrem Planspiel „Plan A“ gewährten sie den Teilnehmern einen spannenden Einblick in die „Berufswelt der Zukunft“, die dann für einen Tag die Leitung und die Weiterentwicklung eines virtuellen Unternehmens übernahmen und dieses gemeinsam zu neuen Profiten führten. Dank einer geschickten Moderation wurden die Spieler immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, wurden gezwungen, ihre Strategie zu überdenken, und erkannten nicht nur ihre eigenen Stärken, sondern lernten auch, die Interessen und Ziele kleiner Arbeitskreise in ein gemeinsames Gesamtkonzept einzugliedern. Mit „Plan A“ erlebten unsere ehemaligen TiL-Stipendiaten ein lehrreiches und gewinnbringendes Seminar.

2018

TiL-Oberstufenseminar in Würzburg

Das 2,5-tägige Oberstufenseminar von „Talent im Land – Bayern“ richtet sich an unsere Stipendiaten aus den Jahrgangsstufen 11 (Gymnasium) und 12 (FOS/BOS und Bayernkolleg) und greift einige der wichtigen Fragen rund ums Abitur und Studium auf. Am 7. Dezember 2018 reisten 32 Teilnehmer aus ganz Bayern dafür in die unterfränkische Universitätsstadt Würzburg, wo ein informatives und abwechslungsreiches Programm auf sie wartete.

In spannenden Workshops holten sie sich nützliche Tipps zur Selbstorganisation und zum Zeitmanagement ein, ließen sich von einer Assistenz einer Geschäftsführung zur Gestaltung der Bewerbung und zu erfolgreichen Strategien in einem Bewerbungsgespräch beraten, und staunten nach einer Gedächtnistraining-Einheit über ihre eigenen Leistungen. Ein Nachmittag im Plenum blieb für Erfahrungsaustausch nach den ersten Monaten in den Oberstufenkursen und für konkrete Fragen zur Form und zu den Inhalten der Abiturprüfungen reserviert. Um die Gestaltung der Zeit nach dem Abitur, um die Studienfachwahl, um die Möglichkeiten der Studienfinanzierung, und um ganz konkrete erste Schritte am neuen Studienort ging es in der Fragerunde mit TiL-Alumni, die von ihren eigenen Erfahrungen, Erfolgen und Fettnäpfchen berichteten.

TiL-Outdoor-Wochenende in Schwangau

Am 23. November reisten 48 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem neuen TiL-Jahrgang 2018 nach Schwangau, um an ihrem ersten gemeinsamen Seminar, dem Outdoor-Training von „Talent im Land – Bayern“ teilzunehmen. Das Wochenende nutzen die Jugendlichen, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen und ihre Kreativität, ihr Geschickt und ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen. Ob während einer Fackelwanderung am ersten Abend, am knisternden Lagerfeuer oder bei einem Billard- oder Kickerspiel im Gemeinschaftsraum, überall trafen spannende Biografien, ungewöhnliche Hobbies und einzigartige Talente aufeinander und überall wurden neue Freundschaften geknüpft. Vier unterschiedliche Stationen erwarteten die Teilnehmer am zweiten Tag. Begleitet von ausgebildeten Trainern von Outward Bound, gingen die TiLer an ihre Grenzen, lernten, die Stärken jedes Einzelnen zu erkennen und sich auf ihre Teammitglieder zu verlassen, analysierten die Aufgaben und entwickelten gemeinsame Lösungsstrategien. Das Abendprogramm gestalteten die Stipendiatinnen und Stipendiaten selbständig und brachten in einer bunten Show ihre Talente und ihre kulturelle Vielfalt auf die Bühne. Eine Wanderung durch die wundervolle Berglandschaft im Morgennebel am Sonntag rundete das Wochenendprogramm ab und führte bis zum Schloss Neuschwanstein.

Ein Abend in der Philarmonie am Gasteig

Vier TiL-Stipendiaten haben zu Beginn des Schuljahres 2018/19 ein besonderes Geschenk überreicht bekommen: ein Konzertabo des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Sie dürfen nun insgesamt vier Konzerten beiwohnen, werden von Freunden des Symphonieorchesters des BR e.V. bei ihren Besuchen begleitet, und können die Musiker und die Dirigenten persönlich kennen lernen.

Am 20. Oktober fand das erste Konzert mit Jakub Hruša, dem Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker und Ersten Gastdirigenten des London Philarmonia Orchestra statt. Bereits vor der Vorstellung durften die Teilnehmer – in einem noch leeren Konzertsaal - den Dirigenten kennen lernen: Herr Hruša berichtete von seinen Gastauftritten weltweit und von der besonderen Bedeutung der für den Abend gewählten Stücke für ihn persönlich. Eine Stunde später stand ein weiterer berühmter Gast des Abends auf der Bühne: der charismatische Geiger Augustin Hadelich, der zu den „Großen des Violinspiels“ zählt und das Konzert für Violine und Orchester von Antonín Dvořák an diesem Abend zu einer unvergesslichen Erfahrung für unsere Stipendiatinnen machte. „Gänsehaut!“, fasste Munira Körbl ihre Emotionen nach einer beeindruckenden Paganini-Zugabe zusammen. Die 2. Symphonie „Asrael“, die Jakub Hruša mit großer Leidenschaft dirigierte, füllte den zweiten Teil des Abends. „Wir konnten wirklich in die Noten der Musiker schauen, haben ihre Notizen gesehen!“, berichteten die Schülerinnen nach dem Konzert. In der Orchesterkantine erlebten die Teilnehmer die Musiker schließlich wirklich hautnah: Hier nahmen sich Jakob Hruša, Augustin Hadelich und die Musiker für ihre jungen Gäste Zeit, beantworteten geduldig ihre Fragen und lächelten in die Kameras.

Sommerakademie 2018

Am ersten Tag ihrer Sommerferien machten sich insgesamt 89 Stipendiaten von „Talent im Land“ aus Bayern und Baden-Württemberg auf den Weg nach Überlingen, wo sie vom 28. Juli bis 4. August an der TiL-Sommerakademie in Salem International College teilnahmen. Das Thema „Raum“ wurde in sechs Kursen aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft, Jura, Architektur, Soziologie und Physik von Universitätsprofessoren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Teilnehmer bekamen nicht nur einen guten Einblick in die theoretischen Grundlagen der jeweiligen Studiengänge, sondern durften sich zum Beispiel als Stadtplaner an einem Zukunftsentwurf für Überlingen versuchen, als Raumfahrtingenieure fesselnde physikalische Experimente durchführen oder als Biomediziner Schweineaugen sezieren. Ihre Fragen zur Studienfachwahl und zum Studium allgemein stellten die Jugendlichen während des Studieninfotages, zu dem Vertreter unterschiedlicher Studienrichtungen sowie mehrerer Studienförderwerke eingeladen wurden. Der mit Spannung erwartete Vortrag des renommierten Weltall-Experten und Betreibers des YouTube-Kanals „Urknall, Weltall und das Leben“ Josef M. Gaßner sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Virtuelle Räume“ ergänzten das volle Bildungsprogramm.  Vielseitige Sportangebote – von Bogenschießen bis Slackline – und von den Teilnehmern selbst vorbereitete Workshops füllten das Nachmittagsprogramm. Als weitere Highlights erwiesen sich der von den Stipendiaten selbst gestaltete bunte Abend der Talente und die gemeinsame Bootsrundfahrt auf dem Bodensee.

TiL-Opernprojekt "Arabella"

Oper für alle – Oper für uns. So könnte das Motto des Wochenendes vom 6. bis 8. Juli 2018 lauten, an dem die Festspiele der Münchener Staatsoper stattfanden, und am dem sechzehn TiL- Stipendiaten am Beispiel von  Richards Strauss‘ „Arabella“ in die für die meisten noch unbekannte Welt der Oper eintauchten.

Gibt es den Richtigen oder die Richtige im Leben? Mit dieser Leitfrage führten die Theaterpädagogin  Ursula Dessat und der Dramaturg Rainer Karlitschek durch den dreitägigen Workshop, der mit szenischem Spiel, gemeinsamen Singen und Reflexion von Handlung, musikalischer Gestaltung und Bühnenbild die Oper für die Teilnehmer zu einer ganzheitlichen Erfahrung machte. Mit Begeisterung fanden sich die TiL-Stipendiaten in ungewohnte Haltungen und Sichtweisen ein und  beschäftigten sich mit dem Leben Richard Strauss` und Hugo von Hofmannsthals, der das Libretto zur Oper verfasste. Während einer Führung durch die Staatsoper durfte die Gruppe außerdem die außergewöhnlich gute Akustik „erhören“, eine der größten Bühnen Europas betreten und die Tiefen des Unterbaus sowie die Dimension der Kulissen und komplexe Technik erforschen. Kurz vor der Aufführung trafen die Teilnehmer noch den Dirigenten zu einem Interview und konnten so auch einen Einblick in die Aufführungspraxis eines Symphonieorchesters gewinnen.

Die abschließende Reflexion am Sonntag stellte klar, wie aktuell die Frage nach dem oder der „Richtigen“ im Leben und die Wahrung der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ist.  Bereichert um viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse ging die Gruppe mit dem Vorsatz auseinander, dass dies bestimmt nicht der letzte Opernbesuch bleiben würde.

Rund ums Thema Bildungsgerechtigkeit

Die dreitägige Tagung „Begabung. Engagement. Herausforderungen.“ entstand in Kooperation zwischen der Evangelischen Akademie Tutzing, Arbeiterkind.de und „Talent im Land – Bayern“. Zwanzig gesellschaftspolitisch interessierte TiL-Stipendiaten nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten das gemeinsame Wochenende am Starnberger See, um mit Referenten und anderen Tagungsteilnehmern zu diskutieren.

Das Tagungsprogramm bot viel Raum für Gedankenaustausch. Eine Reihe spannender Impulsvorträge stellte je einen Schwerpunkt der Diskussion um Bildungsgerechtigkeit in den Vordergrund: Diversität als Stärke sehen, Umwege nicht scheuen und Unbekanntes wagen, die Chancen des deutschen Bildungssystems erfolgreich nutzen und Strategien zum Ausgleich der strukturellen Hürden kennen, Teilhabe ermöglichen. In anschließenden Diskussionsrunden gingen die Referenten auf die Fragen und Kommentare der Teilnehmer ein. In den beiden kreativen Workshops mit der Comic-Zeichnerin Soufeina Hamed und dem Datteltäter-Youtuber Yunes Al-Amayra verarbeiteten die Teilnehmer ihre Ideen zu beeindruckenden Produkten, die sie am letzten Tag im Plenum präsentierten.

Ob beim Lagerfeuer am ersten Abend, auf dem Weg zur morgendlichen Yoga-Einheit, oder während der späten Uno-Spielrunde in den Salons der Evangelischen Akademie Tutzing, - überall fanden sich Gelegenheiten, neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Einen besonderen musikalischen Akzent setzte die TiL-Alumna Andrea Pisari, die mit ihrer Band „Variety“ für ein live Konzert aus Ulm anreiste.

Interkulturelles Training

Ein Mal im Jahr kommen Stipendiaten von „Talent im Land – Bayern“ und „Botschafter Bayerns“ in einem gemeinsamen Seminar zum Interkulturellen Training zusammen. Am 15. Juni 2018 beschäftigten sich insgesamt 18 Teilnehmer unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Doris Fetscher von der Hochschule Zwickau und Frau Miriam Riegger von der Universität Augsburg mit dem spannenden Themenfeld „Kultur“. Erfahrungen aus dreizehn unterschiedlichen Ländern und Kulturen konnten an diesem Tag aus erster Hand ausgetauscht werden. Die Erzählungen und Rollenspiele sorgten zuweilen für belustigtes Schmunzeln oder ungläubiges Staunen. Immer wieder erkannten die Teilnehmer, dass das Wiedergeben eines interkulturellen  Critical Incidents eine vergleichsweise einfache Aufgabe ist. Gleichzeitig stellte es sich als eine große Herausforderung heraus, seine eigene Kultur zu erklären.

Die Frage danach, wie eine Kultur weitergegeben wird und wie sich Kulturen weiterentwickeln, bildete einen weiteren Schwerpunkt des Seminars. Ein besonderes Interesse galt in diesem Zusammenhang der Überlegung, welche Strategien angewendet werden können, wenn zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen, und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen friedvollen und ertragreichen Austausch zu ermöglichen.

Zu Gast im BR-Fernsehstudio Freimann

Einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen? Eine Live-Sendung miterleben? Nach der Sendung mit dem Moderator plaudern? Genau das stand am 9. Mai für unsere TiL-Stipendiaten auf dem Programm: Der Moderator Roman Roell lud sie ins BR-Fernsehstudio Freimann und in seine „Abendschau“ ein.   Mit Hilfe eines Kurzfilms konnten die Teilnehmer zunächst die Entstehung einer Sendung von A bis Z mitverfolgen. Dabei lernten sie unterschiedliche Aufgabenbereiche und den Tagesablauf in einem Fernsehstudio kennen und staunten darüber, wie viel Arbeit in einem dreiminütigen Beitrag steckt und wie viel von der Flexibilität und Spontaneität der Reporter und Moderatoren abhängt. Die Arbeit vor und hinter der Kamera erlebten die Stipendiaten anschließend live im „Abendschau“-Studio: Die Maske, die Probeaufnahmen zur Überprüfung von Licht und Ton, die Regieanweisungen, die nach jedem Moderationsbeitrag die entstandene Stille auflösten und den nächsten Abschnitt ankündigten, die schnelle, aber dennoch ruhige und konzentrierte Zusammenarbeit im Studio. Nach der Sendung nahm sich Roman Roell Zeit, um aus seinem spannenden Beruf zu erzählen und alle Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.

Forum Technologie

Am 20. April 2018 fanden sich zwanzig naturwissenschaftlich interessierte TiL-Stipendiaten im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen wieder, wo sie einige der wissenschaftlichen Einrichtungen besichtigen durften. Im Raumfahrtkontrollzentrum konnten sie beobachten, wie Satelliten gesteuert und überwacht werden, und versuchten die Meldungen auf dem Überwachungsmonitor der internationalen Raumstation ISS zu entschlüsseln. Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo war der Schwerpunkt der Führung im Galileo Hauptkontrollzentrum. In der lichtdurchfluteten Eingangshalle des modernen Gebäudes betrachteten die Teilnehmer zunächst den dort ausgestellten Satelliten. In einem Vortrag lernten sie dann das Programm genauer kennen. Praktisch ging es in den Flughallen weiter: Die Mitarbeiter im Institut für Physik und Atmosphäre zeigten den Schülern, wie Forschungsflugzeuge für Flugexperimente vorbereitet werden. Am Nachmittag nahmen die Stipendiaten am Symposium „Informationsübertragung mit Photonen“ an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München teil und nutzten die Gelegenheit, um mit Referenten und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.

Studienreise: eine Woche in Straßburg

Für dreißig TiLer ging es am 26. März nach Straßburg. Sechs Tage hatten die Stipendiaten, um die „Hauptstadt Europas“ zu erkunden und einen Einblick in die elsässische Geschichte und Kultur zu gewinnen.

Dank einer Stadtführung durch das Altstadtviertel Petite France und einer Bootsfahrt über die Ill bekam die Gruppe gleich am ersten Tag einen guten Überblick über Straßburgs bedeutendste Schauplätze und schönste Ecken und ging dem Auslöser für die bunte Mischung aus deutsch und französisch geprägter Architektur auf den Grund. Das gemeinsame Programm führte in das Straßburger Münster, ins Musée d’Art Moderne et Contemporain, an die staatliche Architektur- und Ingenieurhochschule Institut national des sciences appliquées und zu den Europäischen Institutionen. Natürlich war der Besuch im Europäischen Parlament eines der großen Highlights der Studienreise. Dabei durften die Teilnehmer nicht nur den berühmten Plenarsaal besichtigen sondern ließen sich auch auf ein spannendes Rollenspiel ein, wurden für ein paar Stunden mit Abgeordneten-Mandaten ausgestattet und erlebten hautnah, wie anstrengend der Arbeitstag eines EU-Politikers sein kann.

Ein Ausflug nach Haut-Koenigsburg und in das malerische Dorf Riquewihr ergänzte das Reiseprogramm.

TiL-Festakt am 23. März 2018

Der Festakt zur feierlichen Aufnahme des neuen „Talent im Land – Bayern“-Jahrganges 2017 fand am 23. März 2018 in der Allerheiligen Hofkirche in München statt.

Im Beisein vieler Ehrengäste übergaben Frau Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner und Frau Dr. Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung die Urkunden an unsere fünfzig neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Auch die Eltern der Jugendlichen, ihre Schulleitungen und Lehrkräfte, die mit ihren Gutachten zum Erfolg der Bewerbungen beigetragen hatten, wohnten dem Festakt bei. Das musikalische Programm gestalteten die TiL-Stipendiaten und Alumni selbst und brachten nicht nur Vivaldi, Tschaikowski und Bozza sondern auch Leonard Cohens „Hallelujah“ und Adeles „Turning tables“ eindrucksvoll auf die Bühne. In einer moderierten Gesprächsrunde berichteten der Schriftsteller und Journalist Nevfel Cumart, der Schauspieler Simon Pearce und der TiL-Alumnus Rega Hussein von ihren eigenen Herausforderungen und Erfolgsrezepten und ermutigten die Schülerinnen und Schüler dazu, neue Aufgaben anzupacken, große Träume zu wagen und diese zu verfolgen.

„Es war ein unvergesslicher Tag“, - sagt Stipendiatin Margarita Petrova.

 

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 23.03.2018