2018

Sommerakademie 2018

Am ersten Tag ihrer Sommerferien machten sich insgesamt 89 Stipendiaten von „Talent im Land“ aus Bayern und Baden-Württemberg auf den Weg nach Überlingen, wo sie vom 28. Juli bis 4. August an der TiL-Sommerakademie in Salem International College teilnahmen. Das Thema „Raum“ wurde in sechs Kursen aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft, Jura, Architektur, Soziologie und Physik von Universitätsprofessoren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Teilnehmer bekamen nicht nur einen guten Einblick in die theoretischen Grundlagen der jeweiligen Studiengänge, sondern durften sich zum Beispiel als Stadtplaner an einem Zukunftsentwurf für Überlingen versuchen, als Raumfahrtingenieure fesselnde physikalische Experimente durchführen oder als Biomediziner Schweineaugen sezieren. Ihre Fragen zur Studienfachwahl und zum Studium allgemein stellten die Jugendlichen während des Studieninfotages, zu dem Vertreter unterschiedlicher Studienrichtungen sowie mehrerer Studienförderwerke eingeladen wurden. Der mit Spannung erwartete Vortrag des renommierten Weltall-Experten und Betreibers des YouTube-Kanals „Urknall, Weltall und das Leben“ Josef M. Gaßner sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Virtuelle Räume“ ergänzten das volle Bildungsprogramm.  Vielseitige Sportangebote – von Bogenschießen bis Slackline – und von den Teilnehmern selbst vorbereitete Workshops füllten das Nachmittagsprogramm. Als weitere Highlights erwiesen sich der von den Stipendiaten selbst gestaltete bunte Abend der Talente und die gemeinsame Bootsrundfahrt auf dem Bodensee.

TiL-Opernprojekt

Oper für alle – Oper für uns. So könnte das Motto des Wochenendes vom 6. bis 8. Juli 2018 lauten, an dem die Festspiele der Münchener Staatsoper stattfanden, und am dem sechzehn TiL- Stipendiaten am Beispiel von  Richards Strauss‘ „Arabella“ in die für die meisten noch unbekannte Welt der Oper eintauchten.

Gibt es den Richtigen oder die Richtige im Leben? Mit dieser Leitfrage führten die Theaterpädagogin  Ursula Dessat und der Dramaturg Rainer Karlitschek durch den dreitägigen Workshop, der mit szenischem Spiel, gemeinsamen Singen und Reflexion von Handlung, musikalischer Gestaltung und Bühnenbild die Oper für die Teilnehmer zu einer ganzheitlichen Erfahrung machte. Mit Begeisterung fanden sich die TiL-Stipendiaten in ungewohnte Haltungen und Sichtweisen ein und  beschäftigten sich mit dem Leben Richard Strauss` und Hugo von Hofmannsthals, der das Libretto zur Oper verfasste. Während einer Führung durch die Staatsoper durfte die Gruppe außerdem die außergewöhnlich gute Akustik „erhören“, eine der größten Bühnen Europas betreten und die Tiefen des Unterbaus sowie die Dimension der Kulissen und komplexe Technik erforschen. Kurz vor der Aufführung trafen die Teilnehmer noch den Dirigenten zu einem Interview und konnten so auch einen Einblick in die Aufführungspraxis eines Symphonieorchesters gewinnen.

Die abschließende Reflexion am Sonntag stellte klar, wie aktuell die Frage nach dem oder der „Richtigen“ im Leben und die Wahrung der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen ist.  Bereichert um viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse ging die Gruppe mit dem Vorsatz auseinander, dass dies bestimmt nicht der letzte Opernbesuch bleiben würde.

Rund ums Thema Bildungsgerechtigkeit

Die dreitägige Tagung „Begabung. Engagement. Herausforderungen.“ entstand in Kooperation zwischen der Evangelischen Akademie Tutzing, Arbeiterkind.de und „Talent im Land – Bayern“. Zwanzig gesellschaftspolitisch interessierte TiL-Stipendiaten nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten das gemeinsame Wochenende am Starnberger See, um mit Referenten und anderen Tagungsteilnehmern zu diskutieren.

Das Tagungsprogramm bot viel Raum für Gedankenaustausch. Eine Reihe spannender Impulsvorträge stellte je einen Schwerpunkt der Diskussion um Bildungsgerechtigkeit in den Vordergrund: Diversität als Stärke sehen, Umwege nicht scheuen und Unbekanntes wagen, die Chancen des deutschen Bildungssystems erfolgreich nutzen und Strategien zum Ausgleich der strukturellen Hürden kennen, Teilhabe ermöglichen. In anschließenden Diskussionsrunden gingen die Referenten auf die Fragen und Kommentare der Teilnehmer ein. In den beiden kreativen Workshops mit der Comic-Zeichnerin Soufeina Hamed und dem Datteltäter-Youtuber Yunes Al-Amayra verarbeiteten die Teilnehmer ihre Ideen zu beeindruckenden Produkten, die sie am letzten Tag im Plenum präsentierten.

Ob beim Lagerfeuer am ersten Abend, auf dem Weg zur morgendlichen Yoga-Einheit, oder während der späten Uno-Spielrunde in den Salons der Evangelischen Akademie Tutzing, - überall fanden sich Gelegenheiten, neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Einen besonderen musikalischen Akzent setzte die TiL-Alumna Andrea Pisari, die mit ihrer Band „Variety“ für ein live Konzert aus Ulm anreiste.

Interkulturelles Training

Ein Mal im Jahr kommen Stipendiaten von „Talent im Land – Bayern“ und „Botschafter Bayerns“ in einem gemeinsamen Seminar zum Interkulturellen Training zusammen. Am 15. Juni 2018 beschäftigten sich insgesamt 18 Teilnehmer unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Doris Fetscher von der Hochschule Zwickau und Frau Miriam Riegger von der Universität Augsburg mit dem spannenden Themenfeld „Kultur“. Erfahrungen aus dreizehn unterschiedlichen Ländern und Kulturen konnten an diesem Tag aus erster Hand ausgetauscht werden. Die Erzählungen und Rollenspiele sorgten zuweilen für belustigtes Schmunzeln oder ungläubiges Staunen. Immer wieder erkannten die Teilnehmer, dass das Wiedergeben eines interkulturellen  Critical Incidents eine vergleichsweise einfache Aufgabe ist. Gleichzeitig stellte es sich als eine große Herausforderung heraus, seine eigene Kultur zu erklären.

Die Frage danach, wie eine Kultur weitergegeben wird und wie sich Kulturen weiterentwickeln, bildete einen weiteren Schwerpunkt des Seminars. Ein besonderes Interesse galt in diesem Zusammenhang der Überlegung, welche Strategien angewendet werden können, wenn zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen, und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen friedvollen und ertragreichen Austausch zu ermöglichen.

Zu Gast im BR-Fernsehstudio Freimann

Einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen? Eine Live-Sendung miterleben? Nach der Sendung mit dem Moderator plaudern? Genau das stand am 9. Mai für unsere TiL-Stipendiaten auf dem Programm: Der Moderator Roman Roell lud sie ins BR-Fernsehstudio Freimann und in seine „Abendschau“ ein.   Mit Hilfe eines Kurzfilms konnten die Teilnehmer zunächst die Entstehung einer Sendung von A bis Z mitverfolgen. Dabei lernten sie unterschiedliche Aufgabenbereiche und den Tagesablauf in einem Fernsehstudio kennen und staunten darüber, wie viel Arbeit in einem dreiminütigen Beitrag steckt und wie viel von der Flexibilität und Spontaneität der Reporter und Moderatoren abhängt. Die Arbeit vor und hinter der Kamera erlebten die Stipendiaten anschließend live im „Abendschau“-Studio: Die Maske, die Probeaufnahmen zur Überprüfung von Licht und Ton, die Regieanweisungen, die nach jedem Moderationsbeitrag die entstandene Stille auflösten und den nächsten Abschnitt ankündigten, die schnelle, aber dennoch ruhige und konzentrierte Zusammenarbeit im Studio. Nach der Sendung nahm sich Roman Roell Zeit, um aus seinem spannenden Beruf zu erzählen und alle Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten.

Forum Technologie

Am 20. April 2018 fanden sich zwanzig naturwissenschaftlich interessierte TiL-Stipendiaten im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen wieder, wo sie einige der wissenschaftlichen Einrichtungen besichtigen durften. Im Raumfahrtkontrollzentrum konnten sie beobachten, wie Satelliten gesteuert und überwacht werden, und versuchten die Meldungen auf dem Überwachungsmonitor der internationalen Raumstation ISS zu entschlüsseln. Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo war der Schwerpunkt der Führung im Galileo Hauptkontrollzentrum. In der lichtdurchfluteten Eingangshalle des modernen Gebäudes betrachteten die Teilnehmer zunächst den dort ausgestellten Satelliten. In einem Vortrag lernten sie dann das Programm genauer kennen. Praktisch ging es in den Flughallen weiter: Die Mitarbeiter im Institut für Physik und Atmosphäre zeigten den Schülern, wie Forschungsflugzeuge für Flugexperimente vorbereitet werden. Am Nachmittag nahmen die Stipendiaten am Symposium „Informationsübertragung mit Photonen“ an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München teil und nutzten die Gelegenheit, um mit Referenten und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.

Studienreise: eine Woche in Straßburg

Für dreißig TiLer ging es am 26. März nach Straßburg. Sechs Tage hatten die Stipendiaten, um die „Hauptstadt Europas“ zu erkunden und einen Einblick in die elsässische Geschichte und Kultur zu gewinnen.

Dank einer Stadtführung durch das Altstadtviertel Petite France und einer Bootsfahrt über die Ill bekam die Gruppe gleich am ersten Tag einen guten Überblick über Straßburgs bedeutendste Schauplätze und schönste Ecken und ging dem Auslöser für die bunte Mischung aus deutsch und französisch geprägter Architektur auf den Grund. Das gemeinsame Programm führte in das Straßburger Münster, ins Musée d’Art Moderne et Contemporain, an die staatliche Architektur- und Ingenieurhochschule Institut national des sciences appliquées und zu den Europäischen Institutionen. Natürlich war der Besuch im Europäischen Parlament eines der großen Highlights der Studienreise. Dabei durften die Teilnehmer nicht nur den berühmten Plenarsaal besichtigen sondern ließen sich auch auf ein spannendes Rollenspiel ein, wurden für ein paar Stunden mit Abgeordneten-Mandaten ausgestattet und erlebten hautnah, wie anstrengend der Arbeitstag eines EU-Politikers sein kann.

Ein Ausflug nach Haut-Koenigsburg und in das malerische Dorf Riquewihr ergänzte das Reiseprogramm.

TiL-Festakt am 23. März 2018

Der Festakt zur feierlichen Aufnahme des neuen „Talent im Land – Bayern“-Jahrganges 2017 fand am 23. März 2018 in der Allerheiligen Hofkirche in München statt.

Im Beisein vieler Ehrengäste übergaben Frau Kultusstaatssekretärin Carolina Trautner und Frau Dr. Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung die Urkunden an unsere fünfzig neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Auch die Eltern der Jugendlichen, ihre Schulleitungen und Lehrkräfte, die mit ihren Gutachten zum Erfolg der Bewerbungen beigetragen hatten, wohnten dem Festakt bei. Das musikalische Programm gestalteten die TiL-Stipendiaten und Alumni selbst und brachten nicht nur Vivaldi, Tschaikowski und Bozza sondern auch Leonard Cohens „Hallelujah“ und Adeles „Turning tables“ eindrucksvoll auf die Bühne. In einer moderierten Gesprächsrunde berichteten der Schriftsteller und Journalist Nevfel Cumart, der Schauspieler Simon Pearce und der TiL-Alumnus Rega Hussein von ihren eigenen Herausforderungen und Erfolgsrezepten und ermutigten die Schülerinnen und Schüler dazu, neue Aufgaben anzupacken, große Träume zu wagen und diese zu verfolgen.

„Es war ein unvergesslicher Tag“, - sagt Stipendiatin Margarita Petrova.

 

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 23.03.2018

2017

TiL-Oberstufenseminar

Vom 1. bis 2. Dezember 2017 fand das erste TiL-Oberstufenseminar in München statt, an dem insgesamt 34 Stipendiaten aus der Jahrgangsstufe 11 teilnahmen. Während der erste gemeinsame Nachmittag vor allem eine Gelegenheit zum Austausch über Erfahrungen der ersten paar Monate in der Oberstufe bot, griff das Programm am Samstag einige der wichtigen Fragen auf, die die Kollegiaten am Vorabend gesammelt hatten. So beschäftigten sie sich mit der Form und den Inhalten der schriftlichen Abiturprüfungen, diskutierten die Vorgehensweise bei der Wahl des Faches und des Prüfungsschwerpunktes sowie setzten sich mit dem Verlauf der Colloquiumsprüfungen auseinander, und bekamen einige nützliche Tipps zur Gestaltung der Seminararbeit. In einem Workshop zum Thema Bewerbung teilte die TiL-Alumna Indri Kamdani als Assistentin einer Geschäftsführung ihre Erfahrung aus dem Bereich Personalrecruiting mit den Seminarteilnehmern, die somit den Bewerbungsprozess und die Bewerbungsgespräche aus einer anderen Perspektive betrachten konnten. Als Highlight für alle Stipendiaten erwies sich der Vortrag des BR-Moderatoren Roman Roell, der auf erfolgreiche Präsentationstechniken, Körpersprache und Außenwirkung einging. Konkrete Fragen zu Optionen nach dem Abitur, zur Studienfachwahl und zu den ersten Schritten an der Uni konnten die Teilnehmer in einer Fragerunde mit TiL-Alumni aus den Abitur-Jahrgängen 2016 und 2017 stellen.

Outdoor-Wochenende in Schwangau

Das erste Pflichtseminar für die Stipendiaten des TiL-Jahrganges 2017 fand vom 24. bis 26. November in Schwangau statt. Das gemeinsame Outdoor-Wochenende unter der Leitung von Jus Henseleit (BEO) wird von Trainern von Outward Bound begleitet und stellt die Teilnehmer vor unterschiedliche Aufgaben, für deren Lösung der Teamgeist genauso wichtig ist wie eine erfolgreiche Kommunikation, strategisches Denken, Konzentration und Geschick.

Die 48 Stipendiaten nahmen sich während einer Fackelwanderung und am Lagerfeuer am ersten Abend Zeit, sich gegenseitig besser kennen zu lernen, stellten ihre musikalischen Talente in einem improvisierten Chor unter Beweis, und gestalteten selbständig einen bunten Abend der Kulturen, in dessen Verlauf nicht nur nationale Tänze, Trachten und Gerichte ihren Weg auf die Bühne fanden, sondern auch faszinierende Bilder und Berichte aus den Herkunftsländern der neuen TiLer. Der Besuch im Schloss Neuschwanstein am Sonntag war ein weiteres Highlight, das auch dank einer märchenhaften winterlichen Kulisse sicherlich noch lang in Erinnerung bleiben wird.

Alumni-Treffen in Donauwörth

Fast vierzig Alumni und Alumnae machten sich am 20. Oktober auf den Weg in die schwäbische Stadt Donauwörth, um dort ein Wochenende mit ihren ehemaligen TiL-Weggefährten zu verbringen und noch einmal gemeinsam für „Talent im Land – Bayern“ aktiv zu werden. In insgesamt fünf Workshops konnten kreative Köpfe ihre Ideen vorbringen und diese in konkrete Aktionspläne verwandeln. Während eine Gruppe an einem Konzept für eine Veranstaltung für Stipendiaten arbeitete, wagte sich eine andere an das Layout des TiL-Newsletters heran. Die Vorstandsmitglieder des Alumni e.V. widmeten sich dem weiteren Ausbau des Alumni-Netzwerkes. Die beiden Projekte „Wir für Bayern“ und „TiL-Mentoring“ lagen den Teilnehmern besonders am Herzen und entwickelten sich schließlich zu einem gemeinsamen Vorhaben.  

Sommerakademie 2017

Die Oberstufen-Sommerakademie am Salem International College in Überlingen ist eines der großen Highlights im Bildungsprogramm "Talent im Land - Bayern". Stipendiaten aus Baden-Württemberg und Bayern kommen dort in Kursen zusammen, die von Universitätsprofessoren durchgeführt werden und auf das Studium vorbereiten.

Die TiL-Sommerakademie 2017 fand unter dem Motto "Verantwortung" statt und bot Kurse aus den Bereichen Wirtschaft, Journalismus, Informatik, Biomedizin, Recht und Politik. Auch in einer Podiumsdiskussion mit drei hochrangigen Experten konnten die Jugendlichen das Thema Verantwortung unter die Lupe nehmen. Das Nachmittagsprogramm bestand aus unterschiedlichen Sportangeboten sowie aus von den Teilnehmern selbst vorbereiteten Workshops, in denen sie ihre eigenen besonderen Interessen und Wirkungsfelder vorstellten. Auch eine Schiffrundfahrt auf dem Bodensee und ein großer Abend der Kulturen sind natürlich Tradition.

Die Eindrücke von der Sommerakademie 2017  haben wir in einem kurzen Video dokumentiert:

https://vimeo.com/229991820